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Das erste Mal auf den höchsten Berg Österreichs, dem Großglockner (3.798m), war schön und schrecklich zugleich. Aber fangen wir von vorne an.

 

Vorwort und Anreise

Die Idee zur Großglocknerbesteigung entstand relativ spontan, als ich ein komplett freies Wochenende zur Verfügung hatte und Laura aufgrund eines Wochenendbesuchs in Zürich auch nicht daheim war. Aus Youtube bekannt, war mit schnell klar, dass ich mit Paul Sodamin gehen möchte und so fragte ich an, ob es zeitlich klappt. Tat es, nur das Wetter spielte nicht mit, so verschoben wir die Entscheidung Tag für Tag, bis es Donnerstags vor dem geplanten Termin weiterhin so schlecht angesagt war, dass wir die Sache absagten. 24h später kam die unerwartete Nachricht von Paul, dass das Wetter sich spontan besserte und alle Wetterdienste nun gemeinschaftlich gutes Wetter für das Wochenende ansagten und ob ich nicht doch Lust hätte.

Einen Dämpfer erhielt auf die Frage nach der Anreise. Samstagnachmittag solle es sein. Wann wir dann mit dem ersten Tag der Besteigung Samstags beginnen würden, fragte ich, im Hinterkopf das Wissen, dass es normalerweise eine zweitätige Tour ist. Gar nicht, wir starten Samstagnacht und gehen am Stück hoch und runter. So hatte ich mir das nicht vorgestellt, war doch mein Fitnesslevel die letzten Wochen und Monate nicht das allerbeste, denn ein reguläres Training mit fester Wochenstruktur gab es seit Monaten nicht mehr. Aber gut, es wird schon.

 

Also startete ich Samstagmittag mit dem Auto in Richtung Kals am Großglockner zum Lucknerhaus auf 1.900m Höhe, wo wir den Abend und die Nacht bis zum Start verbringen würden. Der Weg dahin war unfassbar schön, selten habe ich so eine schöne Autofahrt im Herbst erlebt. Das gesamte Stück nach Verlassen der Autobahn kurz nach Kufstein war in gelb-goldenen Farben gehüllt, die durch die Sonne angestrahlt wurden.

 

Angekommen am Lucknerhaus, traf ich Paul und wir quatschten über dies und das, um dann die benötigte Ausrüstung zu besprechen und aufs Zimmer zu gehen, etwas ruhen und rasten. Die Zimmer waren ganz gemütlich, riesigen Luxus darf man aber nicht erwarten, dafür war der Zimmerpreis mit 50,- inkl. Frühstück ganz angemessen.

Die Besteigung des Großglockners – Teil 1: Fels und Stein in der Nacht

Ich ging um 18:50 Uhr ins Bett und schlief tatsächlich recht gut durch, bis der Wecker um 00:15 Uhr klingelte und mich weckte. Schnell angezogen und runter in die Gaststube, wo schon ein gedeckter Tisch auf uns wartete. Auch wenn dafür bezahlt, rührte ich nichts an, sondern vertraute auf mitgebrachtes Müsli mit Haferflpcken und Yoghurt. Hier weiß ich, dass es funktioniert und mir Kraft für die ersten Stunden gibt. Nach kurzer Zeit stieß Paul dazu, wir unterhielten uns kurz und anschließend machte sich jeder auf den Weg, seine Ausrüstung fertig zu packen und den Rucksack zu satteln. Wir trafen uns draußen vor der Hütte, jeder auf seinem Fahrrad. Es war warm, feucht und neblig.

 

Paul schickte mich voraus, da er noch ums Eck musste und so fuhr ich los, unfassbar bedacht darauf, ja nicht schon so früh zu viel Energie zu verschwenden. Nach kurzer Zeit hatte mich Paul eingeholt und fuhr wie vereinbart bereits vor bis zum vereinbarten Treffpunkt an der Seilstation. Mit E-Bike fährt es sich natürlich flotter bergauf, aber für 65 Jahre ist das auch absolut in Ordnung. Nach ziemlich genau 350 Höhenmetern anstieg auf 3km mit diversen Schiebepassagen wechselten wir das Gefährt und liefen von nun an. Wieder unfassbar froh war ich über die Entscheidung, Salomon Trailrunning-Schuhe als Besohlung für den schneefreien Teil des Aufstieges geplant zu haben. Es bewahrheitete sich einfach wieder, dass es für mich mit halbwegs vorhandener Rückenmuskulatur deutlich energieschonender ist, die 2,5kg Bergstiefel auf dem Rücken zu tragen als bei jedem Tritt an den Füßen voranhiefen zu müssen.

Vorbei an der Lucknerhütte gingen wir bis zur Studlhütte fast schneefrei, zuerst noch über Wiesen, am Ende dann über Schotterfelder und wurden immer wieder von aufsteigendem Nebel umhüllt. Das Wetter war nicht schön, nichts von klarer Nacht. Als wir kurz vor der Studlhütte endlich den Nebel durchbrachen, wurde es etwas angenehmer. Der Blick zurück ins Tal war wirklich mystisch, ein Nebelmeer, aus dem schwarz-weiße Felsen herausstachen. Es hatte etwas von der Stimmung der beiden letzten Harry Potter-Teile, unfassbar düster. Da musste ich in diesem Augenblick wirklich öfter drandenken.

Kurz nach der Studlhütte wechselte ich dann auch auf Bergstiefel und wir machten uns an die Gletscherquerung, nicht ohne kurz innezuhalten. Das erste Mal klarte es etwas auf und der Großglockner erschien in der Dunkelheit vor uns. Es folgte ein endlos dauernder Marsch durch den Nebel, der innerhalb kürzester Zeit wieder aufzug und jegliches Gefühl für Raum, Zeit und Fortschritt aufweichte. Ich trabte Paul hinterher, der Blick nur auf die Füße vor mir gerichtet. Wir befanden uns inzwischen auf über 2.800m Höhe, es schneite leicht. Danke für nichts, lieber Wetterbericht. Ich merkte immerhin nichts von der Höhe.

Hier muss ich kurz ausholen. Bei der Besteigung des Teide auf über 3.700m Höhe hatte ich ab 3.000m Höhe extreme Beschwerden. Schwindel, Sprachstörungen, dröhnende Kopfschmerzen. Schon bei der Besteigung des Gran Paradiso (4.061m) machte ich mir wahnsinnige Sorgen , hatte dann aber tatsächlich keinerlei Probleme. Nur hatte ich bei der Anreise am Samstag zum Lucknerhaus auf 1.800m schon leichte Kopfschmerzen, vermutlich einfach des schnellen Anstiegs geschuldet. War es doch auch beim Teide so, dass wir von Meereshöhe direkt 2.000 Höhenmeter bergauf mit dem Auto fuhren, um dann in Summe 3.700m Höhenunterschied in ca. 8h zurückzulegen. Nun war ich hier auf über 2.800m, von den leichten Kopfschmerzen des Vortages war nichts mehr zu spüren und ich fühlte mich gut.

Gut fühlte ich mich auch aufgrund des langsamen Tempos. Paul hatte Magenschmerzen und musste das Tempo deutlich drosseln und immer wieder stehenbleiben, was für mich wie gelegen kam, wollte ich doch um keinen Preis hintenraus platzen aufgrund eines zu schnellen Tempos. Wir hatten bis dahin ein Tempo von ca. 360 Höhenmeter/Stunde, ich hatte einen Durchschnittspuls von 137bpm.

Auf den letzten paar hundert Meter stiegen wir in den Mürztalersteig ein, den wir bis zum ersten Halt der Tour folgten, der Erzherzog-Johann-Hütte. Der Steig war schon deutlich steiler, wir trugen bereits Steigeisen und ein Blick nach Links offenbarte jedes Mal ein dunkles schwarzes Loch, in das es besser nicht reinzufallen galt. In der Hütte angekommen, trafen wir auf vier weitere Bergsteiger aus Ungarn, die am Vorabend bereits aufgestiegen waren und die Nacht im Winterraum verbrachten. Wahnsinnig freundlich, wurde uns gleich Platz und warmer Tee angeboten, den ich aber dankend ablehnte. Zu diesem Zeitpunkt war mir irgendwie nicht nach Tee, ich fror auch nicht. Wir befanden uns nun auf 3.500m Höhe.

Die Besteigung des Großglockners – Teil 2: Der Himmel brennt

Kaum 15 Minuten später änderte sich das Wärmeempfinden aber deutlich. Die Dämmerung setzte ein und mit ihr ein unfassbar stürmischer Wind, der mir alle Knochen gefrieren ließ. Ich konnte aber auch nicht wieder rein, die Fotos, ihr wisst schon. Alles war komplett eingefroren und wirkte sehr unecht mit all dem Anraum (fester Niederschlag an Hindernissen wie Bäumen, Freileitungen oder Gipfelkreuzen, der sich bei Frost, Nebel und Wind gegen die Windrichtung aufbaut), den ich zuvor noch nie in diesem Ausmaß gesehen hatte. Die folgenden Bilder lasse ich für sich sprechen.

Die Besteigung des Großglockners – Teil 3: Auf um Glocknerleitl

Nach dem Sonnenaufgang ging ich zurück in die Hütte und zitterte am ganzen Körper. Der Wind hatte mich komplett ausgekühlt. Nach insg. 1,5h Aufenthalt auf der Hütte verabschiedeten wir uns wieder von den Ungarn und machten uns auf den Weg zum Gipfel. Die Gruppe war sich noch unsicher, ob sie wirklich den Gipfelanstieg wagen sollten, denn sie hatten zwei weniger erfahrene junge Begleiter bei sich.

Die erste halbe Stunde ging es über einen Bergrücken in Richtung Kleinglockner, einen Vorgipfel des Großglockners, den es zuerst zu überwinden galt. Auf dem Weg war nicht gespurt, also durften wir uns durch den teilweise vereisten und dadurch tragfähigen, teilweise aber auch weichen Tiefschnee kämpfen, in dem man immer wieder versank. Nach gut einer halben Stunde erreichten wir auf technisch unspektakulären Wegen den Bahnhof. Das ist der Wegweiser mit den gelben Schildern, die in besseren Zeiten wohl lesbar waren.

Nun begann der Anstieg zum Glocknerleitl. Der Weg wurde immer steiler und führt zu einer kleinen Scharte am Südostgrat des Kleinglockners.

Die oberen drei Bilder zeigen den Einstieg, den Anfang des direkten Aufstiegs zum Kleinglockner und der Anfang der mehrere Stunden dauernden nervlichen Zerreisprobe für mich. Wo fange ich an? Vielleicht im ersten der drei oberen Bilder, welches das Seil zeigt, komplett mit Eis überzogen. An Halt war kaum zu denken, das Seil war unfassbar rutschig und forderte enorm viel Kraft in Hand und Armen, um den Griff nicht zu verlieren und blindlings nach hinten / unten zu fallen. Die Steilheit wird auf nach oben oder unten gerichteten Bildern meist nicht wahrheitsgetreu rübergebracht, dafür muss man Fotos parallel zum Horizont machen. Und genau das zeigt das untere Foto. Der Horizont gerade, das Bild also nicht für dramatische Aufnahmen extra gekippt, zeigt es sehr deutlich, wie steil es nach oben ging, nämlich fast senkrecht.

Die Besteigung des Großglockners – Teil 4: Keine Nerven aus Stahl

Ich habe kaum bis keinerlei Steigeisenerfahrung im Mixed-Gelände, also ein Gelände am Berg, wo Schnee, Eis und Fels aufeinandertreffen und so bewegte ich mich sehr ineffizient und verbrauchte Wahnsinnig viel Energie. Das lag hauptsächlich daran, dass ich dem sicheren Stand der Füße nicht vertraute und mich durchgehend, ja fast panisch, an Seil und Eispickel festklammerte, weil ich permanent Angst hatte, meine Füße würden wegrutschen und ich würde Halt verlieren, wenn ich auch nur ansatzweise mein gesamtes Gewicht auf die Füße verlagere. Das wäre aber wichtig gewesen, um die Arme zu entlasten. Erschwert wurde das dadurch, dass ich oft nur eine wenige Zentimeter tiefe Schneeauflage hatte, worunter direkt der Fels lag. Dadurch fand ich nur selten auf Anhieb einen haltenden Tritt mit den Steigeisen an den Schuhen und rutschte immer wieder leicht weg. So musste ich jedes Mal mehrfach nach Tritten im Fels unter dem Schnee suchen, während meine Arme panisch mein Gewicht hielten. Erschwerend kam hinzu, dass das Problem mit dem festen Halt der Steigeisen auch mein rechter Arm mit dem Eispickel hatte.

Man muss sich das vom Bewegungsmuster so vorstellen: Der rechte Schuh sucht einen festen Stand und fischt mit den Zacken der Steigeisen blind irgendwo an der Wand herum, bis die Zacken irgendwas finden, wo man gefühlt Halt hat und nicht abrutscht. Nun folgt der nächste Fuß, während man sich panisch mit den Händen festkrallt. Wie gesagt vertraute ich dem Stand der Füße nicht und wollte die Füße nicht zu sehr mit Gewicht belasten. Gleichzeitig hielt ich mich mit der linken Hand so sehr am vereisten Seil fest, dass meine Kräfte der linken Hand immer weiter schwindeten. Der Eispickel in der rechten Hand traf mit der spitzen Seite anstatt auf tiefen griffigen Schnee immer wieder auf Fels, an dem er keinen Halt fand. So befand ich mich in einer Situation höchster Anspannung, da ich dem Halt beider Füße und dem Eispickel in meiner rechten Hand nicht vertraute, während die Kraft meiner linken Hand am Seil immer mehr nachließ. Meine Nerven waren blank.

Da meine Hände und Arme unzählige Minuten auf Dauerspannung waren, fehlten mir die Kraftreserven, um mich an den wirklich relevanten Stellen nur mit den Armen hochzuziehen. Ich schaffte es, und hier übertreibe ich nicht, wirklich nur mit den aller letzten Kräften, diese Stellen zu überwinden. Ich hatte durchgehend Angst, meine Hände könnten die Griffe nicht mehr halten und ich würde fallen.

Nervlich bereits vollkommen am Ende, der Puls an der Decke, ging es endlich mit weniger Armeinsatz weiter nach oben. Es folge der Aufstieg entlang der Scharte zum Kleinglockner, dort gab es Eisenstangen, die auch zum Sichern verwendet werden können. Je nach Bedingung kann hier vom Schneestapfen über Felskraxeln bis zum Eisklettern alles dabei sein. Bei uns war es viel Schnee mit etwas Fels, es war für mich aber ungewohnt steil und auch ungewohnt ausgesetzt. Ausgesetztheit bedeutet grob umschrieben, dass es links und rechts einfach sehr steil und tief bergab geht. Mental kann das die Angst vorm Abstürzen extrem erhöhen. Je ausgesetzter es ist, umso mehr kann man sich hereinsteigern, wie weit und tief man abstürzen kann.

 

Oben am Gipfel des Kleinglockners angekommen, war ich mit den Nerven wirklich am Ende. Das kommunizierte ich auch so, dass es mir hier wirklich sehr luftig ist und es mich sehr stresst. Das letzte Foto oben zeigt auch gut den Weg. Meine Gedanken zu diesem Zeitpunkt: Auf der vom Betrachter aus linken Seite waren überall Wechten (Schneeablagerungen/überhänge ohne Fels drunter, die quasi im freien Schweben und nur durch den danebenliegenden Schnee gehalten werden), bei dem man durchbrechen und ins Nichts abstürzen kann, auf der rechten Seite die steile Schneewand hunderte Meter nach unten.

Für Paul alles kein Problem, schließlich ist er seit über 40 Jahren grob 10-15 Mal pro Jahr auf diesem Berg. Für mich aber absolutes Neuland aufgrund der Unsicherheit der Tritte im Schnee bzw. Fels, wo man die Tritte nicht sieht.

Ab hier begann der Abstieg vom Kleinglockner gefolgt vom Aufstieg zum Großglockner. Ich dachte hier mehrfach daran, die Tour abzubrechen und ob es das Risiko wert sei, anderseits sah der Aufstieg zum Großglockner selbst auch nicht schlimmer aus als alles, was ich an diesem Tag bisher durchgestanden hatte.

Der Abstieg machte mir Sorgen, voraus steiles Gelände bergabgehen mit dem Wissen, dass wenn man einmal mit der hinteren Zacke der Steigeisen am inneren Hosenbein hängenbleibt, man kopfüber vorausstolpert und fällt. Ob es steil und ausgesetzt war, könnt ihr an den folgenden Bildern selbst erkennen.

Die Besteigung des Großglockners – Teil 4: Am Gipfel angekommen, folgt der Rückweg

Nach genau 9:13h (inkl. 1,5h Pause auf der Hütte), 12km und 1950 Höhenmetern waren wir endlich oben angekommen, die nervliche Tortur hatte zumindest kurzzeitig ein Ende und ich konnte das erste Mal seit ca. 2 Stunden in Ruhe durchatmen. Ausdauertechnisch war die gesamte Tour bis hierhin weiterhin (Spoiler: Auch bis zum Ende) gar kein Problem, aber die Kraft und die Nerven waren einfach schon lange nicht mehr da.

Wir blieben auch nicht lange auf dem Gipfel, ich wollte den technisch schwierigen Teil des Rückweges einfach möglichst schnell hinter mich bringen. Und ich sagte Paul auch, dass ich mir Sorgen aufgrund des Abstiegs machte. Hier kam wieder der erfahrene Bergführer raus und er nahm sehr viel Rücksicht und redete mir immer gut zu, dass dies und das gut sei und ich mich hier und da gut anstelle. Und bei all den Stellen, die ich mich bergauf kraftlos und panisch hochgekämpft hatte, konnte ich hier einfach entspannt abgeseilt werden und mit den Füßen an der Wand nach unten laufen. Und so brauchten wir ca. 2,5h von der Erzherzog-Johann-Hütte bis zum Gipfel, um in knapp über einer Stunde wieder unten bei der Hütte zu sein.

Auf dem Steig war nach der Hütte noch einmal Vorsicht geboten, danach endete die Tour in einem wieder endlosen Marsch durch den Gletscher und durch die Wiesen des Ködnitztals.

Nach genau 13:33h (7:58h Bewegungszeit), 21,4km und 1994 Höhenmetern waren wir wieder unten am Ausgangspunkt der Tour angekommen.

 

Fazit

Ich bin froh, die Tour gemacht zu haben und würde auch mit dem nachträglichen Wissen die Tour nicht vorher absagen. Denn die Tour hat mir einerseits auch sehr viel Spaß gemacht, anderseits habe ich dadurch das Wissen aufbauen können, welches Gelände in Kombination mit Schnee/Eis für mich einfach zu technisch und mental zu fordernd ist. Ich wusste natürlich jederzeit, dass ich nicht wirklich in den Tod fallen kann, schließlich war ich am Steil gesichert, aber genau in diesen Momenten oben im Berg ist das egal, man will ja doch nicht in 15m tiefe irgendwo baumeln und hochgezogen werden müssen, schlimmer noch, vom Heli gerettet werden müssen.

Und so bin ich froh um die Erfahrung und weiß, dass ich so etwas nicht noch einmal machen möchte unter diesen Bedingungen. Es hat mir auch einfach wieder gezeigt, dass die Auswahl des Mont Blancs als sportliches Ziel genau richtig für mich ist. Ausdauer, Ausdauer, aber kaum bis keine Technik. Das liegt mir, Bewegen im Mixed Gelände auf über knapp 3.800m eher nicht so sehr.